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Keine Zeit zum Aufhören

Er ist gerade 75 Jahre alt geworden und fitter als mancher 30-Jährige. Nebenbei leitet er noch sein Unternehmen, die Reichelt Chemietechnik.

Ein großer, langgezogener Raum mit Sitz­ecke, einem ellenlangen Wandschrank und natürlich einem Schreibtisch. Mit Gestecken aus Trockenblumen und Figuren ist das Büro dekoriert, auch eine große Grünpflanze soll für eine wohnliche Atmosphäre sorgen. Dr. Peter Reichelt, der für seine 75 Jahre einen erstaunlich sportlichen Eindruck macht und über das ganze Gesicht strahlt, führt mich zur Sitzecke. Bücher liegen auf dem Beistelltischchen: Fachliteratur und Wissenswertes über Heidelberg. „Wir dürfen nicht zu spät aufhören, ich musste eine Mitarbeiterbesprechung einberufen. Es handelt sich leider um ein heikles Thema“, gehört zur Eröffnung des Gründers und Geschäftsführers von Reichelt Chemietechnik (RCT). Später erfahre ich, dass es um ein Problem unter den Mitarbeitern geht. „Ich kümmere mich um die Belange jedes einzelnen Mitarbeiters, auch um die persönlichen Probleme“, erklärt er entschuldigend.

Es gehöre einfach zu einem guten Chef, für seine Mitarbeiter auch Sorge zu tragen. Für jeden der 15 Angestellten wurde eine Altersvorsorgezusage abgeschlossen und alle Versicherungen gelten 24 Stunden, also auch nach Dienstschluss. „Darüber hinaus versuche ich, die Mannschaft mit vielen Gemeinsamkeiten zu erfreuen. Zum Beispiel gehen wir jedes Mal gemeinsam zum Mittagessen, wenn einer aus der Truppe Geburtstag hat. Wir machen auch Betriebs­ausflüge, die drei Tage dauern dürfen“, schwärmt Reichelt. Bei 15 Personen ist das noch möglich. All dies soll dazu beitragen, dass die Mitarbeiter sich wohlfühlen, gerne zur Arbeit kommen und sich letztendlich mit dem Unternehmen identifizieren.

1978: Ein unerwartetes Geburtstagsgeschenk
Vor 38 Jahren hat er das Unternehmen selbst aufgebaut. Obwohl: „Ich hatte gar nicht vor, auf eigenen Füßen zu stehen. Meine Vision war immer, Karriere zu machen, indem ich per Jobhopping Stufe um Stufe auf der Leiter hinaufstieg“, erzählt Reichelt. Im Vertrieb fing er an, dann gab er Schulungen und plötzlich war er Krisenmanager. „Dabei hatte ich gar keine Ahnung davon!“, gesteht er lachend. „Aber ich war von mir selbst überzeugt.“ Anscheinend war das die richtige Basis, denn sein damaliger Chef sah wohl Potenzial in ihm und gab ihm den Geschäftsbereich Serva-Technik in Heidelberg. Daraus wurde dann im September 1978 die Reichelt Chemietechnik GmbH & Co. Ein unverhofftes Geburtstagsgeschenk. Er springt auf, öffnet den Wandschrank – innen an der Tür hängen selbstgemalte Bilder von seinen Kindern und Enkeln – und holt eine Mappe mit allen seinen beruflichen Erinnerungen heraus, angefangen bei Abschlusszeugnissen.

In die Gründung hat er sein gesamtes Vermögen gesteckt. Aber auch seine Freizeit fiel der Sache zum Opfer, seine Kinder hat er kaum gesehen, gibt er zu. Aber seine Frau war davon überzeugt, dass er es schafft. „Meine Frau ist toll“, stellt er in bewundernd-ernstem Ton fest. Und fügt lachend an: „Aber manchmal schimpft sie auch.“

1984: Ein Umzug und der Trick mit den Katalogen
Es hat sich viel verändert, seit er RCT gründete. Die kleinste Änderung war der Umzug in das neue Firmengebäude, bereits sechs Jahre nach der Gründung. Hier befindet sich RCT immer noch, auf einer Bürofläche von rund 600 m² und einer Lagerfläche von 1200 m². Natürlich ist alles schneller geworden und damit auch hektischer und nicht mehr so persönlich wie früher. „Angefangen haben wir mit dem Fernschreiber“, erinnert er sich, „und heute bedienen wir das schnelle Internet. Der Betriebsablauf wird über eine große Datenbank gesteuert, die gleichzeitig den gesamten Warenfluss vom Auftragseingang bis zur Auslieferung organisiert.“ Das ist das Signal für eine Führung durch die heiligen Hallen des Vertriebssystems. Im Lager zeigt Reichelt mir seine zwei „Hightech-Hochregallager für kleine Mengen.“ Eine Mitarbeiterin gibt die Nummer der gerade bestellten Ware ein und die Maschine fährt das Fach, in dem das entsprechende Produkt gelagert ist, an die Ausgabestelle.

Er setzt immer noch auf Kataloge. Aber nicht die fetten Wälzer, sondern Arbeitskitteltaschen-geeignete Handbücher, die thematisch sortiert das 80.000 Artikel große Portfolio des Programms wiedergeben. Natürlich steht auch alles online. Aber nur ein Drittel der Bestellungen kommt über das Web. Der Onlineshop gehört auch zu seinen Aufgaben. Mit dem Hausinformatiker kümmert er sich ums Google-Ranking. Sein Part ist es, die Inhalte zu erstellen – für 80.000 Produkte. Aber er begibt sich auch auf die Suche nach neuen Produkten, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Marktforschung und damit Produktforschung ist eine strategische Aufgabe, die langfristig die Unternehmenssicherung verantwortet, ist Reichelt sich sicher. Der Trick mit den gedruckten Katalogen ist, sie Fachmagazinen beizulegen, so erreichen sie ein breites Spektrum genau der Personen, die sie auch benötigen.

Mit Sport, Öl und Arbeit wird man 117
Es ist Zeit für das Mittagessen. Eigentlich isst er ja mittags nicht viel, nur ein wenig Obst. Trotzdem fahren wir zu dem Italiener, zu dem er seine Belegschaft immer einlädt. Dort erfahre ich sein Geheimrezept für ein langes Leben: gesunde Ernährung, viel Öl, Gemüse und Fisch, kein Fleisch. Sodann gibt er auch zusätzlich Olivenöl auf sein Fischgericht. Und natürlich Sport. Jeden Vormittag mache er eine Stunde Yoga und laufe eine Stunde mit leichten Hanteln. Mit diesen Tricks will er 117 Jahre alt werden. Was ihn anscheinend auch noch fit hält, ist seine Arbeit: „Ich habe so viel zu tun, ich habe gar keine Zeit für den Ruhestand!“, erklärt Reichelt strahlend.

Veröffentlicht am 15.09.2016 im MM Maschinenmarkt
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